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Hauptbremszylinder

Tobi_M50, Montag, 29. Oktober 2018, 22:21 (vor 230 Tagen) @ tino335i

Hallo Tino,

ich widerspreche Dir ja nicht gerne, aber das Gerücht mit den unterschiedlichen Bremsdrücken bei gestuften HBZ kann ich so nicht stehen lassen.

Ich habe das Gerücht immer wieder gelesen und bin auch zuerst davon ausgegangen dass es so wäre, weil hydraulisches Übersetzungsverhältnis, kennt man ja z.B., Verhältnis zw. Kolbendurchmesser Geberzylinder und Nehmerzylinder bestimmt das Übersetzungsverhältnis.

Bei einem gestuften HBZ trifft dies jedoch nach meinen Recherchen nicht zu. Der Grund hierfür ist dass der zweite Kolben in einem Zweikreis HBZ (gestuft oder nicht gestuft ist hierbei egal) nicht direkt von der Kolbenstange betätigt wird, sondern nur durch den Druck der im ersten Bremskreis durch den ersten Kolben erzeugt wird. Dieser Druck wirkt nun auf den zweiten (bei einem gestuften Zweikreis-HBZ eben kleineren) Kolben. Dieser zweite Kolben hat aber über die gesamte Länge den identischen (kleineren) Durchmesser. Somit ergibt sich an dem zweiten Kolben kein Übersetzungsverhältnis sondern der Druck der sich hinter dem zweiten Kolben im HBZ einstellt ist genau (!!) identisch zu dem Druck im ersten Bremskreis zwischen dem ersten und dem zweiten Kolben.

Die Effekte des gestufen HBZ (und damit die Gründe für dessen Einsatz) bei Zweikreis Bremssystemen welche VA und HA trennen sind folgende:
- kleinerer Kolbendurchmesser reicht bei vertretbarem Pedalweg aus um das benötigte Ölvolumen zum Bewegen der an der Hinterachse i.d.R. kleineren Nehmerzylinder im Bremssattel zu erreichen
- bei einem Ausfall des ersten (VA Bremskreises) fällt das Pedal so weit durch bis eine mechanische Verbindung im HBZ den zweiten Kolben mechanisch betätigt. In diesem Fall (und eben nur in diesem) erhöht sich die durch die Ausübung der von dem Pedal / der Kolbenstange aufgebrachten Kraft auf den kleinener Kolben das Übersetzungsverhältnis und hilft damit bei einem Ausfall der Bremskraft an der Vorderachse eine entsprechend höhere Bremskraft an der Hinterachse zu erzeugen um eben in diesem Fall noch eine bessere Verzögerung zu ermöglichen.

Gleichzeitig ist eben bei Ausfall der VA-Bremse durch die reduzierte Achslastverteilung von hinten nach vorne die Hinterachse in der Lage einen höheren Bremsdruck zu erlauben ohne dass die Hinterachse blockiert.

Falls ich irgendwo einen Denkfehler haben sollte bitte ich um Korrektur.

mfG Tobi


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