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Projekttagebuch M3 E30 Cabrio - Teil 43: Fehlersuche Startrelais    29.04.2021


Bei Betätigung des Zündschloß in die Anlassposition tut sich nichts. Weiterhin ist die Ganganzeige im Cockpit nicht aktiv. Ich gehe dem Fehler nun systematisch nach.

Hier znächst ein zusammen kopierter Schaltplan des Getriebepositionsgebers und des Startrelais, der den Verhältnissen in meinem Fahrzeug einigermaßen entspricht (keine EWS).



Zunächst ist zu prüfen ob die Versorgung mit 12 V am Getriebepositionsschalter gegeben ist. Im Bild ist der entsprechende Stecker an der rechten Getriebeseite zu sehen.

Oben sind die Pins 4 und 5, die wie aufgrund des Fehlerbild zu erwarten keine Betriebspannung bei Zünduing AN aufweisen.

Die fünf Leitungen gehen von diesem Stecker direkt zum Getriebesteuergerät.

Hier wird, wie man im Bild sieht, das grüne Versorgungskabel mittels einem Verbinder mit diversen anderen grünweissen Leitungen zusammen geschlossen.

An dem grünweissen Verbinder hängen also noch diverse andere sekundäre Verbraucher dran. Alle samt sind spannungslos. Mir wird nun klar, warum im Tester die Zündung nicht als "AN" angezeigt wurde.

Weiterhin fällt mir ein, daß bei meinen E38 750i Besichtigungen vor 5 Jahren einer dabei war, der nicht ohne Tricks startete. Ich habe dann einen defekten Ölniveaugeber identifiziert, der immer die Sicherung 22 durchbrennen lies. Ölniveaugeber abgeklemmt und schon lief der Wagen. Auto hab ich damals nicht gekauft, Verkäufer hat sich riesig gefreut über meine Gratisentstörung. Aber wir schweifen ab....

Die grünweissen Leitungen scheinen alle von diesem Stecker in der Nähe der Motorstecker versorgt zu werden. Das ist der Nachteil bei Extrem-Langzeit-Projekten. Man vergisst viele Kleinigkeiten ...

Nachdem diese grünweisse Leitung nun mit Klemme 30S, also gesichertem Zündplus versorgt wird, tuts auch die Ganganzeige wieder.

Weiterhin dreht auch der Anlasser und der Motor scheint durchaus starten zu wollen. Aber halt nicht dauerhaft. Die DME steuert ja den Anlassvorgang, am Zündschloss kann man nur den Wunsch übermitteln. Somit ist nach 3 Sekunden Anlasser drehen auch direkt wieder Schluß.
 

Damit der Motor etwas länger orgelt muss das Startrelais wieder ausgetrickst werden.

Auf beiden Bänken gibt es Zündfunken, das habe ich mit seperaten Kerzen an einzelnen Zylindern getestet.

Der Motor scheint auch kurz anzuspringen um sofort wieder auszugehen. Alle 4 Hosenrohre unterm Auto sind leicht angewärmt. Das sind doch schon mal gute Vorraussetzungen, es gibt also einen globalen Fehler und keinen an einzelnen Bänken oder Zylindern.

Da fällt mir auf, dass die Benzinpumpe sich irgendwie anders anhört, also beim letzten Mal. Es zirkuliert auch kein Benzin mehr vorne.

Die Pumpe saugt nichts mehr an, kein Druck auf den Schläuchen. Die WALBRO hat offensichtlich beim Vorpumpen die 10 Liter Benzin in Sekundernschnelle von der Beifahrerseite über den Motorraum in die linke Tankhälfte umgefüllt. Das Saugstrahlprinzip scheint nicht zu funktionieren. Die rechte Tankhälfte ist nun leer.

Das Bild zeigt einen verzweifelten Versuch Benzin wieder von links nach rechts zu bekommen.

Also ab zur Tanke und drei Kanister voll gemacht. Druck nun vorhanden. Startverhalten war leider ähnlich wie vorher. Mit dem INPA Tester komme ich nur in EML, DSC und EGS, aber leider nicht in die DME. Das kann also noch eine längere Fehlersuche werden.



Dann habe ich testweise die beiden OT Geber am Schwungrad um gesteckt. Den Rest könnt ihr im Video sehen:

https://youtu.be/rl1soqVhrhs








tino@e30.de