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BMW E63 Basiswissen (645Ci-650i)

Immer wieder komme ich wegen der günstigen Gebrauchtpreise in die Versuchung andere BMW Modelle zu erwerben. Ich möchte nachfolgend meine Erfahrungen mit der BMW 6er Baureihe ab 2004 mitteilen. Beim E63 handelt sich um ein luxuriöses Hightech Coupe, was sich einen Neupreis von ab 72.000 EUR niederschlug. Technisch basiert er auf der E60 5er Baureihe, einige Komponenten teilt er sich auch mit dem E65 7er. Als E63 wird das 6er Coupe bezeichnet, als E64 das Cabrio dieser Baureihe. In diesem Artikel wird es hauptsächlich um die V8 Modelle, also 645Ci und 650i gehen.




Der E63 ist ein klassisches Coupe mit zwei Türen, die rahmenlose Scheiben besitzen. Die B Säule ist massiv ausgeführt, die hinteren Scheiben können nicht abgesenkt werden. Das Chris Bangle Design folgt an Front und Heck der stark umstrittenen E65 Reihe von 2001. Jedoch wirkt es am E63 (wie auch schon beim 5er E60 aus 2003) deutlich gereifter und damit ausgewogener.


Vorn finden sich tief in die Kotflügel gezogene Scheinwerfer mit AngleEye Standlichtringen. Xenon ist Standard beim E63. Kurvenlicht optimal erhältlich. Die Blinker sitzen langgestreckt oberhalb der Scheinwerfer und können auf US Ausführung (beim Fahren mitleuchtend) codiert werden.

Die windschnittige Form spiegelt sich in einem Luftwiderstandswert von 0.29 wieder. Die rahmenlosen Seitenscheiben dichten super ab, Windgeräusche sind im Coupe nicht existent.

Das Heck läßt noch deutlich die optische Verwandtschaft zum E65 erkennen. Die aufgesetzt wirkende Kofferraumklappe ist ein Designelement, an das man sich erstmal gewöhnen muß.

Ab Werk besitzt der E63 links und rechts jeweils ein Auspuffrohr. Beim Fahrzeug im Foto wurden Eisenmann Töpfe mit Doppelrohren nachgerüstet, welche eine unschöne Bearbeitung der Heckschürze nach sich ziehen. Die Eisenmann Anlage ist übrigens verhältnismäßig leise und überzeugt mit einem hervorragendem V8 Sound.

Der Kofferraum ist mit 450L beim Coupe ganz anständig, im Cabrio wird es mit 300L schon deutlich knapper. Der Tank ist mit 70Liter für rund 500km Fahrstrecke befüllbar.

Die Silhouette überzeugt durch eine klassische Coupe Form mit ausgewogenen Überhängen. Die leicht ausgestellten Kotflügel vorn und hinten lassen neben dem Luxuscharakter auch sportlichen Gene erkennen.

Das Fahrgewicht liegt bei 1720kg beim 645Ci Coupe und bei satten 1900kg beim 645Ci Cabrio. Während sich das Coupe dank Aktivlenkung und DynamicDrive noch relativ flink um die Kurven delegieren läßt, wird spätestens beim Cabrio klar, dass es trotz der üppigen Leistung kein Porsche Jäger werden kann.

Die Gewichte des 650i werden mit 1730kg/Coupe und 1940kg/Cabrio angegeben.



Von schräg hinten sieht der 6er einfach am besten aus. Dazu muss man sagen, daß mein atlantablaues Fotomodell ein sehr seriennahes Exemplar mit bescheidenen 18 Zoll Felgen und ohne Tieferlegung ist. Diese Zurückhaltung wird mit einem leichtfüßigen Fahrverhalten und einer komfortablen Federung belohnt.



Die äußeren Vorzüge sind aufgezählt, wagen wir noch einen Blick in den Innenraum. Mittig auf dem Armaturenbrett gibt es einen großen Bildschirm für Radio, Navigation und Bordcomputer/Klima Bedienung. In der Mittelkonsole sitzt der i-drive Controller, den heute jedes Kind bedienen kann. In den 2000er Jahren, gabs dafür zahlreiche Kritik.

Das Lenkrad besitzt beim E63 immer Funktionstasten für die Radio Bedienung. Einige Funktionen können auch per Spracheingabe durchgeführt werden.






Marktlage (2019)


Aktuell (2019) ist der Gebrauchtmarkt mit 645Ci randvoll gefüllt. Die Preise beginnen bei ca. 7.000 EUR für fahrbereite Fahrzeugel. Die Cabrios sind etwas rarer und ca. 2.000 EUR teurer. Ausnahmen nach unten gibt es immer wieder. US Importe, Rechtslenker oder Fahrzeuge mit größeren Defekten gehen auch mal für 5-6000 EUR über den Tisch.

Für gepflegte Fahrzeuge mit geringen Gebrauchsspuren, kleiner Laufleistung und guter Ausstattung werden gern 12-15.000 EUR fällig.

Generell ist Nachfrage nach diesen Modellen eher gering, beste Chancen für den Käufer im reichhaltigen Angebot ein gutes Exemplar zu günstigen Kurs zu erwerben. 

Die Modelle 630i, 635d und M6 sowie LCI (Facelift) möchte ich keinesfalls unter den Tisch fallen lassen, ich kann aber mangels Erfahrung wenig darüber berichten.



Antriebsempfehlungen


Bereits die 645Ci "Basis" Motorisierung kann im 6er Coupe vollens überzeugen. Der Motor hat einen sportlichen, fast rotzigen Sound, hängt sehr gut am Gas und bietet im oberen Drehzahlbereich nochmal ordentlich Schub. Die 333PS sind für normale Ansprüche wirklich ausreichend und überzeugen mit niedrigen Verbräuchen von um die 10 Liter Überland und 12 Litern in der Stadt.

N62B44 - 90° V8 Motor
4398ccm
333PS bei 6100 U/min
450Nm bei 3600 U/min
EURO4  DME 9.2.1
Valvetronic, Doppelvanos
0-100km/h: 5,8sek




Der 650i wurde bereits 2005 nachgeschoben und besitzt einen auf 4.8 Liter erhöhten Hubraum und eine drehmomentstarke Auslegung. Schon im unteren und mittleren Drehzahlbereich schiebt es ordentlich an ohne obenrum nachzulassen. Der Verbrauch liegt zumindest beim meinem 650i SMG deutlich oberhalb des 645Ci Automatik (1,5L).

N62B48TU - 90° V8 Motor
4799ccm
367PS bei 6100 U/min
490Nm bei 3400 U/min
EURO4  DME 9.2.1
Valvetronic, Doppelvanos, DISA
0-100km/h: 5,1sek.

Die 6 Gang Automatik (6HP26) ist am häufigsten anzutreffen und passt meiner Meinung nach am besten zu der geschmeidigen und komfortablen Fahrzeugabstimmung. Das Getriebe schaltet unauffällig und schnell. Per Gasfuß kann sehr einfach ein Herunterschalten um ein oder zwei Gänge erledigt werden. Es gibt zusätzlich einen manuellen Modus (Steptronic), bei dem die Gänge von Hand gewählt werden können. Der macht eigentlich nur auf der Rennstrecke Sinn, aber wann ist man da schon ?

Durch frühzeitiges Hochschalten bei ruhiger Fahrweise trägt das 6HP26 Automatikgetriebe wesentlich zum spezifisch gesehen sehr geringen Benzinverbrauch bei.

Das 6-Gang Schaltgetriebe ist eine selten georderte Option. Es bietet eine direktere Leistungsabgabe, aber in dieser Disziplin ist auch die moderne Automatik nicht wirklich schlecht. Der Verbrauch mit Schaltgetriebe ist meiner Meinung nach höher, weil die Automatik einfach schneller hochschaltet und der Wandler das Drehmoment des Motors gut ausnutzt.

Das Schaltgetriebe ist somit eher was für sportliche Einsätze, was aber irgendwie nicht ganz dem Anspruch des Wagens entspricht.

Das sequentielle 6 Gang Getriebe SMG ist selten anzutreffen. Es macht aus meiner Sicht etwas mehr Sinn, als das manuelle Schaltgetriebe. Beim SMG muss zwar auch mehr oder weniger von Hand (an den Schaltwippen am Lenkrad) geschaltet werden. Aber das ist schon deutlich weniger körperliche Arbeit als beim manuellen Getriebe.

Der D Modus des SMG mag für ganz Faule auch funktionieren, obwohl nicht ansatzweise die Perfektion eines Automatikgetriebes erreicht wird. Das SMG ist meine Empfehlung für die leistungsorientierte Fahrerschaft.



Wer sich nach diesen Ausführungen nicht entscheiden kann, welches Getriebe am besten passt und SMG noch nicht kennt, sollte im Zweifel die Automatik Variante nehmen. Das SMG ist nicht jedermanns Geschmack. Es ist ein eher aktives Fahren, bei dem man sich im Alltag hin und wieder fragt, wozu der händische Schaltaufwand, wenns die Automatik doch auch perfekt erledigen könnte. Schaltgetriebe sollte man unbedingt probefahren, mich hats überraschenderweise im 6er nicht überzeugt.

Bezüglich der Motoren kann gesagt werden, wenn ein 650i ins Budget passt, dann sollte man so einen nehmen. Der 645Ci ist etwas schwächer aber ebenfalls uneingeschränkt empfehlenswert. Für den preiswerten Einstieg oder gar als Winterauto finde ich ihn angemessener.





Features


Der E63 besitzt ab Werk jede Menge technischer Highlights, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.


Aktivlenkung

Im Rahmen des oft ab Werk georderten "Fahrdynamikpakets" (3650 EUR) kommt als erstes Highlight eine aktive Lenkunterstützung, welche die Lenkbewegungen des Fahrers etwas übersteuert und somit ein extrem direktes Lenkverhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten realisiert. Der 6er wirkt dadurch sehr kurvenwillig und agil. Die 1,7 Tonnen werden gekonnt überspielt. Man gewöhnt sich schnell an dieses Lenkverhalten und ist beim Wechsel auf ältere Fahrzeuge (ja sogar beim Z4) verwundert, das so viel gekurbelt werden muss.

Dynamic Drive
Im Fahrdynamikpakets weiterhin enthalten sind hydraulisch angesteuerte Stabilisatoren an der Vorder- und Hinterachse, welche Wankneigungen der Karosse fast völlig unterdrücken. Der 6er liegt damit wie ein Brett auf der Straße und neigt sich im Slalom immer nur wenige Zentimeter, bevor die Stabis spürbar gegen regeln und einzelne Fahrzeugseiten wieder nach oben drücken. Ein anfangs wirklich beeindrucktendes Feature, was allerdings mit Sportfahrwerk und dicken Felgen kaum noch eine spürbare Wirkung besitzt.

Valvetronic
Die N62 Motoren sind für mich ein wesentlicher Grund einen E63 zu kaufen. Die Motoren sind sehr gut abgestimmt und liefern tolle Leistungsdaten über das gesamte Drehzahlband. Auch obenrum werden sie nicht müde, was man ja dem Vorgänger M62 (ohne tü) gelegentlich noch vorwerfen könnte. Elementar für dieses perfekte Laufverhalten der N62 Motoren ist auch die verbaute Valvetronic. Hierbei werden die Ventile im Hub stufenlos angesteuert, was eine Drosselklappe und damit ihre Nachteile (Effizienzverluste im häufig genutzten Teillastbereich) überflüssig machen. Wenn man sich die Verbrauchsdaten in der Praxis mal ansieht, merkt man wie sparsam die Motoren im Verhältniss gesehen eigentlich sind. Mein 645Ci kann bei ruhiger Autobahnfahrt bei um die 130km/h problemlos unter 9 Litern gefahren werden. Im Durchschnitt sind es bei bei mir 10,9 Liter bei gemischter Fahrweise. Zum Vergleich, meinen M62tü mit 4.6 Liter habe nur nur selten unter 14 Liter bekommen.

Aluminium Vorderbau
Der vordere Teil der Grundkarosserie bis zur A-Säule besteht aus Aluminium. Die Kotflügel sind aus Kunststoff, die Motorhaube wie auch Türen und Kofferaumklappe sind aus Aluminium gefertigt. Dadurch ergibt sich trotz Frontmotor eine 50:50 Gewichtsverteilung. Das es am Ende mit 1,7 Tonnen doch kein Leichtbau geworden ist liegt an der aufwendigen verbauten Fahrwerks und Antriebstechnik. Die reichhaltige Komfortausstattung trägt ihr übriges bei. Letztlich sind die 1,7 Tonnen noch irgendwie verkraftbar und die verwindungsteife Karosse überzeugt vorallem Dank der Fahrhilfen durch ein agiles Fahrgefühl.




Austattungsempfehlungen

In der Reihenfolge meiner persönlichen Vorlieben, hier eine Liste der wesentlichsten Ausstattungsmerkmale. Dies ist natürlich eine rein subjektiv Darstellung. Es gibt Fachleute, die lieber zu einem schlecht ausgestattem Fahrzeug raten, weil daran weniger kaputt gehen kann.


Sportsitze
Oft verbaut und falls nicht auch schnell nachgerüstet, die BMW Sportsitze mit der charakteristischen ausziehbaren Oberschenkelauflage sind ein Muß. Sie bieten passablen Seitenhalt und sehr gute Langstreckenqualitäten.

Bei hellen Lederfarben sind nach 15 Jahren je nach Pflege deutliche Gebrauchsspuren erkennbar. Ich kenne einige Fahrzeugbesitzer, die ihe Bezüge bereits mit Originalteilen erneuert haben. Je Sitz werden knapp 2000 EUR fällig.

Top Hifi System mit Logic7
Schon das Standard Hifi System überzeugt im 6er Coupe durch neutralen Sound und dank Untersitzsubwoofern mit solidem Tiefbassfundament bis 30Hz.

Aber es geht noch besser. Das Top Hifi System bietet eine höhere Pegelfestigkeit und als nette Spielerei einen Raumklang DSP. Damit kommt eine gewisse Frische in die Musikunterhaltung. Die Nachrüstung ist aufwendig. Musikfans sollten also drauf achten, dass auch hinten in den Seitenteilen Lautsprecher montiert sind. Dann ist das Logic7 System verbaut.

Im Cabrio fehlen leider die Untersitz-Subwoofer und natürlich auch das Dach, somit ein völlig anderer Klangeindruck, der mich bei einer kurzen Probefahrt nicht besonders überzeugt hat.


8,8 Zoll Bildschirm
Bei fast allen 6er ist der größere 8,8 Zoll Bildschirm als eine wesentliche Informationskomponente des Innenraums schon verbaut.

Da es ganz selten auch die kleineren 6,5 Zoll Bildschirme ohne Navi gibt, kann man ja beim Kauf direkt einen Blick drauf werden. Die Nachrüstung des größeren Bildschirms samt CarPC (CCC) ist ohne größeren Aufwand möglich.

Das Navi des 6er ist auch für heutige Verhältnisse noch ganz gut nutzbar. Aktuelle Karten sind verfügbar, die Routenberechnung dauert etwas, kann aber als ausreichend bezeichnet werden.

Das spätere CIC kann nachgerüstet werden und ist bei den Modellen ab 2008 ab Werk enthalten.

Panoramadach
Der 6er kann optional mit einem recht großen Glasdach ausgestattet werden. Das Dach kann leider nur angeklappt werden. Bei zurückgeschobener Verkleidung wird zusätzlich der Innenraum schön aufgehellt. Ein nettes Feature, aber aus meiner Sicht kein "musthave". 

Individual
Für den 6er gab es ab Werk ein ansehnliches Individual Programm, bei dem spezielle Farben und hochwertigere Materialen im Innenraum zum Einsatz kamen.

Erkennbar sind diese Fahrzeuge an dem "Individual" Schriftzgu auf dem Lenkrad, den Felgen und den Einstiegsleisten. Die Mittelkonsole ist mit Leder bezogen, wie auch die komplette Türverkleidung. Hi und wieder ist auch das Armaturenbrett in Echtleder ausgeführt.

Wer die meist hellen Innenräume mag, kann heutzutage ohne größeren Mehrpreis eine seltene Fahrzeugvariante erwerben.




Problemzonen

Jetzt habt ihr Euch sicher gefragt, wo hier eigentlich der Haken ist und nicht jeder schon längst ein tolles BMW V8 Coupe für 10.000 EUR fährt. Die 6er sind ähnlich wie die größeren E60 Modelle und noch viel stärker der E65 wahre Geldvernichter in Bezug auf Werkstattkosten. Die umfangreich verbauten HighTech Lösungen sowohl im Antrieb, Fahrwerk, als auch bei der Elektronik sorgen nach 15 Jahren Betrieb für jede Menge Ärger. Die Zeiten, in denen man ein Auto bei guter Pflege ohne größere Reparaturen über 300tkm fahren kann, sind bei der E6x Reihe scheinbar zu Ende. Beim 6er gibts immer irgendeine kleine oder größere Sache, die zur Reparatur ansteht. Ich will nicht sagen, daß die Fahrzeuge generell unzuverlässig sind, aber jeden Morgen kann es eine neue Überraschung auf dem Infodispay geben.

Wenn man sich damit abfindet, kein perfekt durchrepariertes und 100% fehlerfreies Fahrzeug zu fahren, dann kann man damit gut leben. Ein Polster von 2000 besser 4000 EUR für das zukünftige Werkstattbudget sollte man beim Kauf mit einplanen. Wichtig ist es, die wichtigsten Probleme zu kennen um beim Fahrzeug den Verkäufer darauf hin anzusprechen. Sind diese Sachen nicht bereits repariert, sollte man im Zweifel lieber davon ausgehen, dass sie dann in Zukunft eintreten werden und entsprechende Kosten verursachen werden.


Wasserrohr
Ein Schicksal das fast jeden N62 irgendwann erreicht ist ein undichtes Wasserrohr weit unten zwischen den beiden Zylinderbänken. Das Wasser läuft dann vorn neben der Wasserpumpe aus dem Motor heraus.

Es gibt dafür verschiedene Reparatursets die um die 250 EUR kosten. Der Einbau erfordert den Ausbau der Ansaugbrücke und die Erneuerung einiger Dichtungen (100 EUR). Der Wechsel kann letztlich um die 1000 EUR kosten.

Die Frage nach der Höhe des Kühlwasserverbrauch sollte dem Verkäufer also zwingend gestellt werden. Vielleicht wurde das Rohr ja bereits erneuert ?

Undichtheiten Kühlwasserkreislauf
Generell ist der 6er für Undichtheiten im Kühlsystem immer gern zu haben. Die Wassertemperatur wird bei Normalfahrt mittels elektrischem Thermostat auf 105 Grad hoch geregelt, was die zahlreich verbauten Plastikleitungen gut durchhärten und nach 15 Jahren gern brechen läßt. Die Gummidichtungen z.B. am Kühlerausgangssensor (unten rechts) wird gerne spröde und entlässt dann konstant kleine Mengen an Kühlwasser.

Wesentliches Bauteil des Kühlsystems ist der Deckel des Ausgleichsbehälters. Er regelt den Druck im Kühlsystem, bei Defekt wird kein Druck mehr aufgebaut. Im Zweifel einfach erneuern.

Nachfüllen mit klarem Wasser ist tabu, wegen der höheren Temperaturen muss entsprechender Frostschutz eingefüllt werden.

Ventilschaftdichtungen
Die Ventilschaftdichtungen der N62 Motoren machen auffällig oft Ärger, was manche Spezialisten den zu langen Ölwechselintervallen zuschreiben. Die Reparatur ist nur mit Spezialwerkzeug sinnvoll durchführbar. Es sollte mit mindestens 1.500 EUR kalkuliert werden.

Bezüglich es Motoröls rate ich zu 5W40 oder 10W40 Markenöl, das alle 10tkm gewechselt werden sollte. 8 Liter Öl sind übrigens zu besorgen.

Ölverlust Motor
Nach vielen Kilometern tropft der 6er gerne. Quellen sind z.B. die Ventildeckeldichtungen, deren Wechsel aber wegen der Valvetronic samt Excenterwelle nicht mehr trivial ist. Weiterhin sind bei meinen 6er Undichtheiten aufgetreten an: Kurbelwellensimmerring, Getriebeausgang, Öldruckschalter.

Der Unterboden des 6ers ist komplett verkleidet. Um die Ursachen für die Verluste zu ermitteln musst die Verkleidung und auch ein Versteifungsblech ab.

Ölverlust Servolenkung, Dynamic Drive
Die Leitungen der Servolenkung werden gern an den Übergängen zu den Flanschen undicht. Den zahlreichen Hydraulikleitungen der aktiven Stabilisatoren gehts nicht besser. Hier liegt viel Potential für Tropfen auf der Straße. 

Aktivlenkung
Häufig macht die Aktivlenkung durch Fehlermeldungen im zentralen Bildschirm auf sich aufmerksam. In einigen Fällen ist fahrtechnisch keine Veränderung zu bemerken, hin und wieder steht das Lenkrad nicht mehr in Normalstellung. Mittels INPA läßt sich das AFS (ActiveFrontSteering) auslesen. Die Fehler betreffen mit etwas Glück Sensoren, deren Steckkontakte nur gereinigt werden müssen. Leider ist es damit oft nicht getan. Wenn zusätzlich noch leichtes Spiel vorhanden ist, wird der Austausch des Lenkgetriebes fällig. Ich habe Angebote für 1500 EUR plus Altteilpfand für Aktvlenkung Getriebe gefunden.

Der Ausbau ist echt kniffelig, die Vorderachse muss bei oben fixiertem Motor abgelassen werden. Hier sollte mit 2500 EUR geplant werden.



DynamicDrive
Neben der Aktivlenkung macht auch der DynamicDrive gern durch Fehlermeldungen von sich Reden. Im Fahrbetrieb ist meist nicht viel davon zu spüren. Ursache sind mit etwas Glück nur undichte Leitungen, zu geringer Füllstand im Servobehälter oder ein defekter Füllstandsensor im Servobehälter. Hin und wieder ist aber die komplette Hydraulikeinheit defekt. Gebrauchter Ersatz ist zahlreich verfügbar. Der Einbau ist aber wieder mal eine Heiden Arbeit.

CCC
Der CarPC für Radio, Navi und Bordcomputeranzeige im zentralen Bildschirm wird bei BMW als "CCC" bezeichnet. Er sitzt mittig im Armaturenbrettunterhalb der Klimabedienung. Vorallem die 2004er Modelle und damit quasi alle 645Ci leiden unter sporadischem Ausfall der Bildschirmanzeige inkl. zahlreicher Neustarts des Rechners. Die Reparatur wird von zahlreichen Fachbetrieben ab 250 EUR angeboten.

Fehlermeldungen Beleuchtung
Alle Leuchten werden im 6er kalt und warm überwacht. Wer hinten z.B. Kennzeichenleuchten mit LED Technik verbaut, muss diese Überwachung im Lichtschaltzentrum (LSZ) deaktivieren, wenn er nicht fortlaufend Fehlermeldungen im Cockpit haben möchte.

Im Foto sieht man einen Fehler am Kurvenlicht, welcher sicherlich die deaktivierte Aktivlenkung als Ursache  hat. Im 6er sind viele der 29 verbauten Steuergeräte miteinander vernetzt. Fehler ziehen oft Folgefehler in einem anderen System nach sich. Die Ursache zu finden, erfordert Spezialkenntnisse über die einzelnen Komponenten und deren Zusammenspiel.


Fehlermeldungen Airbag
Die Rückhaltesysteme reagieren empfindlich auf schwache Batterien und zu hohe Übergangswiderstände an den Polklemmen. Die Meldungen verschwinden auch nicht alleine, Löschen mittels Tester ist erforderlich.

Fahrwerksteile
Die üblichen Verschleissteile an Vorder- und Hinterachse in Form von ausgeschlagenen Gummilagern gibts am 6er natürlich auch. Die Ersatzteile sind günstig, da größtenteils identisch zum E60.

Bremsen
Die Auffrischung der kompletten Bremsanlage kann richtig ins Geld gehen. Daher empfehle ich bei Fahrzeugbesichtigung die Bremsscheiben und Beläge zu prüfen.


Scheibenwaschwasserbehälter
Nur Kleinkram aber dennoch nervig ist ein undichter Scheibenwaschwasserbehälter. Dieser sitzt leider etwas verstecker vor dem linken Vorderrad. Mit etwas Glück ist es nur die Gummidichtung zwischen Motor und Behälter, aber auch defekte Motoren wurden schon gesehen.

Scheinwerfer
Die E63 Scheinwerfer besitzen eigene Steuergeräte die gern mal schwächeln. Die Höhenverstellung macht hin und wieder mechanisch Ärger. Ersatz ist gebraucht ab 500 EUR je Seite erhältlich.

Die Xenon Steuergeräte gehen nach vielen Jahren Betrieb gern kaputt, Nachlöten hilft manchmal.

Fahrzeuge mit Kurvenlicht haben selbstredend andere Scheinwerfer, also solche ohne. Ab Facelift (LCI) wurden ebenfalls geänderte Scheinwerfer (LED) verbaut.



weiterführende Infos

Deutschsprachige Kaufberatung, Prospekte, Preislisten auf  6er.info

E63/E64 Rubrik im E60 Forum

6er/7er/8er Rubrik im Motortalk

Online Schaltpläne (WDS) plus TIS: newtis.info

Mein Instagramm Account zum Thema:  645ci.de bei insta




Gerne nehme ich Korrekturen, Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge per Email entgegen.

tino@e30.de